Gemütliches Kinderzimmer einrichten

Kinderbett mit gemütlichem grünem Betthimmel und kuscheligen Textilien vor beigen Wänden
Sanja-Wilke von Sanja · seit 20 Jahren Kinderzimmer

Tief in den Farbtopf greifen, verschiedene Kindermöbel anschaffen und eine Menge Spielzeug bereitstellen ist der falsche Weg, um ein Kinderzimmer gemütlich zu machen. Vielmehr kommt es auf eine behagliche Atmosphäre an, damit sich nicht nur dein Kind, sondern die ganze Familie wohlfühlt.

Wie macht man also ein Kinderzimmer gemütlich?

Gemütlichkeit bringst du mit schönen Wandfarben oder Kindertapeten in den Raum, die du mit weichen Teppichen und kuscheligen Textilien wie Betthimmel, Kissen, Decken und Vorhängen kombinierst. Aber auch verschiedene Lichtquellen und eine Kuschelecke zum Entspannen tragen dazu bei, dass dein Kinderzimmer gemütlich wird. Achte außerdem auf persönliche Gegenstände, die Emotionen wecken - erst dadurch bekommt ein Raum wirklich Seele. Hier findest du viele Ideen und Beispiele dazu.

1. Lieblingsfarben für ein gemütliches Kinderzimmer

Die Wahl der Farben hat einen entscheidenden Einfluss auf die Gemütlichkeit des Raumes. Es liegt nahe, sich dabei für wärmere Farben wie Ocker, Beige, Braun usw. zu entscheiden. Allerdings solltest du dein Kind nicht in eine Schublade stecken und seinem Kinderzimmer ein Beige verpassen, nur weil das eine warme Farbe ist. Vor allem dann nicht, wenn das Kind doch lieber Rosa oder Grün mag.

Sind wir von Farben umgeben die wir mögen, empfinden wir einen Raum gemütlich. Setze also unbedingt eure Lieblingsfarben ein, anstatt bestimmte "Regeln" zu beachten.

Auch ein Kinderzimmer mit blauen Wänden kannst du gemütlich einrichten, obwohl Blau eine kühle Farbe ist. Es kommt auf die Kombination der Gegenstände an, die du in deinem Kinderzimmer verwendest.

Blau/grünes Kinderzimmer mit weichem Teppich, Spielmatten, Kletterwand, Schaukel und Dino-Wandstickern

2. Kissen, Decken, Betthimmel und Vorhänge

Mit Kissen, Decken und einem Betthimmel wird nicht nur dein Kinderbett gemütlich und einladend, sondern auch eine Kuschelecke oder Leseecke für größere Kinder. Ohne Textilien keine Gemütlichkeit. Setze dabei weiche Stoffe wie Musselin oder Jersey aus reiner Baumwolle ein, weil sie einen besonders hohen Kuschelfaktor haben und der zarten Kinderhaut schmeicheln.

Auch Gardinen und Vorhänge tragen entscheidend zur Gemütlichkeit im Kinderzimmer bei. Sie rahmen das Fenster ein und lassen das Licht sanfter in den Raum fallen. Vor allem abends wollen wir anstelle der Fenster keine schwarzen Flächen sehen, sondern von weichen Stoffen umgeben sein. Vom Sicht- und Sonnenschutz den uns Gardinen bieten ganz zu schweigen.

Kinderbett mit weichem Betthimmel, Bettwäsche, Kissen und Vorhängen im Kinderzimmer mit warmen Farben

3. Weiche Teppiche, Spielmatte und Lammfelle

Ohne Teppich ist der Boden immer "nackt". Ein Teppich "kleidet" jeden Raum und schafft Ruhezonen zum Wohlfühlen. Da die Kleinen die meiste Zeit auf dem Boden spielen, muss ein Kinderteppich hohe Ansprüche erfüllen: Schadstoffgeprüfte Materialien und weicher, aber nicht zu hoher Flor sind z.B. besonders wichtig. Kippen die kleinen Spielfiguren oder Bauklötze ständig um oder verschwinden im hohen Teppichflor, hast du zwar ein gemütliches Kinderzimmer, aber ein nörgelndes Kind.

Waschbare Baumwollteppiche sind im Kinderzimmer immer eine gute Wahl: Sie flusen zwar, vor allem anfangs, können aber ganz einfach in der Maschine gewaschen werden. Dadurch bleiben sie länger im Einsatz, was nicht nur deinen Geldbeutel schont, sondern auch die Umwelt.

Darf es noch ein i-Tüpfelchen sein? Wähle ein kuscheliges Lammfell. In einem Spielzelt, in der Kuschelecke, auf dem Lieblingssessel oder vor dem Bett für warme Füßchen - es ist fast egal wo du ein Lammfell einsetzt, es lädt einfach immer zum Kuscheln ein.

Wusstest du schon, dass ein Lammfell im Winter wärmt (OK, das liegt nahe) und durch seine temperaturausgleichenden Eigenschaften auch im Sommer eingesetzt wird (wetten nicht)? Das liegt am großen Luftpolster im Lammfell, das für hohe Atmungsaktivität sorgt. Wenn du also bei einem Sommerspaziergang einen Kinderwagen siehst, in dem ein Baby friedlich auf seinem Lammfell schlummert - und schon beim Anblick Schweißausbrüche bekommst - das Baby fühlt sich darauf tatsächlich sehr wohl.

Wichtig ist allerdings, dass du wirklich ein echtes Lammfell aus reiner Wolle einsetzt - und keine nachgemachten Polyester-Exemplare für kuschelige Optik. Das geht leider nach hinten los.

Hausbett mit weichem Himmel, Bettwäsche, Teppich und Lammfell im gemütlichen Kinderzimmer

4. Holz, Rattan, Weide machen dein Kinderzimmer gemütlich

Egal ob du dein Kinderzimmer in einer warmen Farben gestrichen hast, oder schlichte weiße Wände lieber magst: Möbel und Deko aus Naturmaterialien sorgen dafür, dass wir uns mit der Natur verbunden fühlen - und damit fühlt sich auch der Raum wärmer und wohnlicher an.

Holzmöbel, Rattanelemente, geflochtene Körbe, Baumwolle, Wolle oder Leinen geben einem Kinderzimmer Struktur und wirken viel ruhiger und gemütlicher als Kunststoffoberflächen.

Dabei muss nicht alles aus Naturmaterialien bestehen. Schon einzelne Elemente können reichen, um einen Raum wärmer wirken zu lassen: ein Holzbett, ein hübsches Holzregal, Weidenkörbe, eine Rattanlampe. Besonders schön wird es, wenn sich Materialien im Raum wiederholen - so wirken sie nicht zufällig ausgewählt, sondern passen wirklich zusammen.

Spielzeugregal mit Puppenhaus, Spielmatte, Wanddeko und Naturelementen

5. Gemütlichkeit mit mehreren Lichtquellen

Gilt für das Kinderzimmer wie für jeden anderen Raum auch: Erst mit mehreren Lichtquellen fühlen wir uns wohl. Neben gutem Deckenlicht, das den ganzen Raum gut ausleuchtet und beim Spielen an den dunklen Tagen so wichtig ist, brauchst du im Kinderzimmer unbedingt weitere Lampen, die abends die Atmosphäre im Raum verändern.

Das können zum Beispiel eine Wandlampe am Bett, eine Tischlampe, eine kleine Leuchte in der Leseecke oder ein sanftes Nachtlicht sein. Auch hübsche Lichterketten, die du farblich an deine Kinderzimmer Einrichtung anpassen kannst, sind tolle Hingucker und spenden warmes, behagliches Licht.

So lässt sich das Licht an die jeweilige Situation anpassen: hell beim Spielen, ruhiger beim Vorlesen und gedämpft vor dem Einschlafen.

Hausbett mit Lichterkette, Wandlampe und Nachlicht mit rosa Textilien vor der braunen Wand

6. Rückzugsorte und unterschiedliche Zonen schaffen

Hast du ein großes Kinderzimmer, ist es oft sogar noch schwieriger, Gemütlichkeit reinzubringen. Solche Räume wirken schnell etwas verloren, wenn Möbel nur an den Wänden stehen und in der Mitte eine große freie Fläche bleibt.

Dann helfen verschiedene Bereiche:

  • eine Zone zum Schlafen,

  • eine Spielfläche

  • eine Lese- oder Kuschelecke

  • und später vielleicht ein Platz zum Malen, Basteln oder Lernen

Tipis und Spielzelte schaffen "Raum im Raum" und sind beliebte Rückzugsorte sowohl für Kleinkinder, als auch für Vorschulkinder. Dazu machen sie ein großes Kinderzimmer auch gleich behaglicher. Wenn du dein Spielzelt mit bequemen Spielmatten, Kissen und Decken ausstattest, wird es dein Kind lieben - und schon hast du eine Kuschelecke in deinem Kinderzimmer.

Aber auch in kleinen Kinderzimmern können solche Zonen entstehen. Dafür braucht es nicht unbedingt zusätzliche Möbel. Oft reicht bereits ein Teppich, eine andere Wandfarbe, ein Betthimmel oder eine bestimmte Möbelstellung, um einen Bereich optisch abzugrenzen.

Kinder brauchen außerdem Orte, an die sie sich zurückziehen können. Das kann eine Ecke unter einem Hochbett sein, ein Sessel, ein kleines Zelt oder einfach ein paar Kissen neben dem Bett.

Kinderzimmer mit Schlafzone, Spielzone, Malecke und Kuschelecke unter dem Hochbett

7. Dunklere Farben können Geborgenheit schaffen

Eine dunklere Wand kann ein Kinderzimmer sehr gemütlich machen - sie muss aber zum Raum passen.

Besonders hinter dem Bett oder in einer Leseecke können gedeckte Grün-, Blau-, Braun- oder Grautöne einen geschützten Eindruck erzeugen. Steht das Kinderbett vor der dunklen Wand, empfinden Kinder diesen Bereich als sehr geborgen und schützend, weil die Wand nicht "nackt" wirkt. Allerdings sollte dein Kinderzimmer unbedingt schön hell sein, damit die dunkle Wand nicht drückt und den kompletten Raum abdunkelt. Alternativ kann auch eine halbhoch gestrichene Wand ausreichen.

Bedenke bei dunkleren Farben Folgendes: Entscheidend sind Licht, Raumgröße, Boden, Möbel und die übrigen Farben. Eine dunkle Wandfarbe sollte nie isoliert ausgewählt werden, sondern immer als Teil des gesamten Farbkonzepts.

Dunkle Kindertapete mit Waldtieren in Grün und Braun mit Kinderbett und Puppenhaus

8. Stauraum schafft Ruhe und Gemütlichkeit

Ein Kinderzimmer kann wunderschön eingerichtet sein - versinkt es im Spielzeug-Chaos, kann es nicht gemütlich werden. Sorge also für genügend Stauraum: Spielzeugregale, Kisten und Körbe bieten Platz für kleine und große Spielsachen. Deshalb gehört Stauraum für mich genauso zur Gestaltung wie Wandfarben oder Möbel.

Besonders gut funktioniert meist eine Kombination aus offenen und geschlossenen Bereichen: Lieblingsspielzeug, Bücher oder Dinge, mit denen das Kind gerade häufig spielt, können sichtbar und gut erreichbar stehen. Andere Spielsachen dürfen in Körben, Boxen, Schubladen oder hinter geschlossenen Türen verschwinden. So muss nicht ständig alles gleichzeitig präsent sein.

Zu viel sichtbares Spielzeug kann nämlich schnell für Reizüberflutung sorgen: Das Kind holt eines nach dem anderen aus dem Regal, hüpft von einer Sache zur nächsten und am Ende liegt alles herum, ohne dass wirklich ausgiebig gespielt wurde.

Wenige, aber mit Bedacht ausgesuchte Spielsachen sind hier die Lösung. Dinge die uninteressant geworden sind packst du für eine Weile weg - für das Kind unerreichbar. Nach einigen Wochen sind sie für dein Kind komplett neu und wieder reizvoll. Dafür muss ein anderes Spielzeug weichen.

Spielzeugregal mit Kisten und offenen Fächern mit Holzspielzeug und weichem Teppich

Weniger ist oft mehr

Hat dein Kind die nächste Altersstufe erreicht, bekommt es ein neues Spielzeug, das seine aktuellen Fähigkeiten fördert. Gleichzeitig wird es aber mit dem Spielzeug für jüngere Kinder nicht mehr so ausgiebig spielen, weil dieses "langweilig" geworden ist. Beobachte dein Kind genau: Hat es noch Freude am einen oder anderen Lieblingsteil, darf dieses natürlich bleiben. Wird das alte Spielzeug nicht mehr beachtet, räume es weg, hebe es für jüngere Geschwister auf, verkaufe oder spende es!

Ansonsten gilt eine einfache Regel: Nur ein paar ausgesuchte Lieblingsspielsachen sollten "offen" und einladend aufbewahrt werden, z.B. in einem niedrigen Regal. Darauf sollte dein Kind immer Zugriff haben (ohne zu klettern!), auch wenn es noch sehr klein ist. Das kann ein Lieblingsstapelturm sein, ein Steckspiel, ein Puzzle, ein Kuscheltier usw. Alles andere sollte geschlossen aufbewahrt werden, um nicht von der aktuellen Beschäftigung abzulenken. Außerdem bringen geschlossene Fronten bzw. Flächen immer Ruhe in den gesamten Raum. Mehr dazu findest du in meinem Beitrag Wohnpsychologie im Kinderzimmer.

Wichtiger als eine starre Regel ist deshalb die Frage: Was benutzt mein Kind gerade wirklich? Danach darf regelmäßig aussortiert, getauscht oder neu geordnet werden.

Werkbank aus Holz und Holzspielzeug auf weichem Kinderteppich

Bücher so aufbewahren, dass Kinder sie sehen

Bei kleinen Kindern finde ich es besonders sinnvoll, Bücher so aufzubewahren, dass sie das Cover sehen können. So erkennen sie ihre Lieblingsbücher sofort und können selbst auswählen. Platziere also Kinderbücher unbedingt in einem Regal, z.B. flachem Wandregal, oder speziellen Bücherregalen die eine Aufbewahrung mit sichtbaren Buch-Covern ermöglichen. Du solltest sie auf keinen Fall wie in deinem eigenen Bücherregal dicht aneinander stellen, damit nur der Buchrücken sichtbar bleibt. Es sei denn, es haben sich zu viele Bücher angesammelt und du möchtest einige davon platzsparend in höheren Fächern verstauen.

Hast du ein offenes Spielzeugregal, besorge passende Kisten oder Körbe, die du in die offenen Fächer stellen kannst. Auch im Kleiderschrank oder in einer Kommode kannst du Spielsachen praktisch und staubfrei unterbringen. Befestige aber diese unbedingt an der Wand, damit sich dein Kind bei evtl. Kletterversuchen nicht verletzen kann.

Offenes Bücherregal und Spielzeugregal im Kinderzimmer

9. Persönliche Dinge geben dem Kinderzimmer Seele

Lieblingsfarben eingesetzt, schönste Möbel und Dekostücke angeschafft, alles schön aufgeräumt - und dem Raum fehlt trotzdem die Seele? Das liegt daran, dass du dich so fremd wie in einem Möbelhaus fühlst. Achte also unbedingt auf persönliche Gegenstände die Emotionen wecken! Ein Foto, eine selbst gemalte Zeichnung, ein Lieblingskuscheltier, die gestrickte Decke von Oma, ein Fundstück aus dem Urlaub oder etwas gemeinsam Gebasteltes erzählt Geschichten und weckt positive Gefühle. Erst mit ihnen wird aus einem Raum ein Zuhause.

Diese Dinge müssen übrigens nicht perfekt zur Farbpalette passen. Im Gegenteil: Ein Kinderzimmer darf zeigen, wer darin lebt. Wenn du Zeichnungen und Basteleien sichtbar anbringst, ist dein Kind stolz auf seine Werke und fühlt sich in seiner Kreativität gefördert und gestärkt.

Ein schönes Kinderzimmer ist für mich deshalb keine perfekt inszenierte Kulisse. Es ist ein Raum, der zum Kind gehört - mit Farben, Dingen und Erinnerungen, die ihm etwas bedeuten.


Weiterlesen

Und wenn du wenig Platz hast: Kleines Kinderzimmer einrichten

Zurück
Zurück

Kinderzimmer für Jungen

Weiter
Weiter

Kleines Kinderzimmer einrichten